JPG VS RAW

Vermutlich hast du schon mal gehört, dass Profis gern im RAW-Format fotografieren. Aber warum eigentlich? Hier unsere 10 TOP Gründe die fürs RAW-Format sprechen:

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Die Kamera ist niemals so schlau wie du! Beim JPG werden sämtliche Einstellungen wie Kontraste, Sättigung, Weissabgleich, Schärfung etc. direkt in der Kamera vorgenommen. Die "Verbesserungen" welche die Kamera beim JPG Bild direkt vornimmt, kannst du aber doch viel besser. Du entscheidest während der RAW-Entwicklung (in Camera Raw, Lightroom etc.) wie dein Bild am Ende aussehen soll.

Nachbearbeiten ohne Verluste: Nimmst du bei einem JPG Bild noch Korrekturen vor, veränderst du damit nachträglich nochmals das bereits fertig entwickelte Bild. Daraus resultiert immer ein Qualitätsverlust.

Besonders beim Schärfen ist dies wichtig: Das JPG Bild wird bereits automatisch in der Kamera geschärft und anschliessend komprimiert, damit es weniger Platz auf dem PC benötigt. Nimmst du bei der nachträglichen Bildbearbeitung eine erneute Schärfung vor, zerstörst du damit bereits kleingerrechnete Feinheiten.

Nicht destruktives Arbeiten: Eine RAW Datei lässt sich nicht verändern. Die Daten der Entwicklung werden nebst der Ursprungsdatei als Meta Daten (eine Art Text Daten) gesichert. Dadurch können viele verschiedene Entwicklungseinstellungen vorgenommen werden, ohne das ursprüngliche Bild zu beeinflussen.

Weiss ist nicht gleich Weiss: Beim Fotografieren im JPG Format wird der an der Kamera voreingestellte oder automatisch vorgenommene Weißabgleich im Bild "gespeichert". Beim RAW Format hingegen, wird der Weißabgleich erst bei der RAW-Entwicklung (in Camera Raw, Lightroom etc.) vorgenommen und kann dort einfach nachjustiert werden.

Mehr Informationen: Mit dem RAW Format behält man im Gegensatz zum JPG Format alle Daten welche die Kamera aufnimmt.  Die Datentiefe der Sensoren liegt zwischen 12 und 16 Bit, beim JPG beträgt die Datentiefe nur 8 Bit. Dadurch ist beim RAW Format eine genauere Helligkeitsauflösung gegeben. Sämtliche vom Bildsensor erfassten Details bleiben vollständig erhalten. 

Rettungseinsätze: Gelegentlich passiert es trotz aller Erfahrung und Vorsichtsmaßnahmen. Bilder werden über- oder unterbelichtet. Ideal ist es nie. Im RAW Format haben wir jedoch einen deutlich grösseren Spielraum um ausgefressene weiße Stellen oder schwarze Löcher im Bild wieder mit Details zu füllen. Ein JPG gibt 256 Helligkeitsabstufungen wieder. Ein RAW dagegen zwischen 4,096 bis 16,384.

Objektivkorrektur: Selbst bei wirklich guten Objektiven lassen sich Bildverzerrungen und eine Verdunkelung der Randbereiche nicht komplett ausschließen. Raw-Konverter (wie Camera-RAW oder Lightroom) erkennen das verwendete Objektiv aus den EXIF-Daten der Bilddatei automatisch und geben aufs Objektiv abgestimmte Korrekturvorschläge ab.

Den Farbraum auswählen: Mit dem RAW Format kann der bestgeeigneteFarbraum beim Export gewählt werden. Ist die Datei fürs Internet bestimmt, wählst du beispielsweise sRGB, für den Kunden im gebräuchlichen Adobe RGB, oder für einen weitmöglichsten Farbraum ProPhoto RGB.

Bessere Prints: Die Feinheiten die sich durch die höhere Bittiefe des RAW Formats ergeben, wirst du auf dem Monitor nicht erkennen. Sie verbessern aber trotzdem die Ergebnisse in Photoshop. Ein 8 Bit JPG Bild produziert viel leichter Artefakte oder Bandings (Pixeltreppchen). 

 

Allerdings hat auch das JPG Format seine Vorteile: Im Vergleich zum unbearbeiteten RAW Bild wirkt ein JPG Bild knackiger, schärfer und farbiger und benötigt erst noch weniger Speicherplatz weil es auf rund 1/3 der Grösse eines RAW Bildes komprimiert (kleingerrechnet) wird. Zudem ist das Format geläufig und kann für fast alles verwendet werden.

Wer sich sicher ist, dass keine weiteren Nachbearbeitungen nötig sind und tendenziell nicht grossformatig gedruckt wird, darf gern auch weiterhin im JPG Format fotografieren.

Wie ist eure Meinung zu den Vorteilen von JPG und RAW? Wir freuen uns über eure Kommentare.